HISTORISCHES zu XCOMPLY
In der Steiermark wurde 1983 das Feinsprühverfahren eingeführt. Schon damals wurde mit der Entwicklung von Prüfeinrichtungen für Sprühgeräte in Gleisdorf begonnen, die 1985 zur freiwilligen wiederkehrenden Sprüherkontrolle führte, um zu einer gezielteren Ausbringung von PSM zu kommen. Damit wurde die 1. Säule des heutigen Gesamtkonzeptes „Verlustarmer Pflanzenschutz“ geschaffen.
Nachdem die Vermeidung der Abdrift zu Recht gefordert wurde, kam die Feinsprühtechnik in Schwierigkeiten. Es wurde nach einem Verfahren gesucht, das die Vorteile des Feinsprühens mit der Abdriftreduzierung einfach und Kosten sparend kombinieren konnte. Daraus entwickelte sich in langjähriger Entwicklungsarbeit (Luftprüfstand, Abdriftmessungen, Belagsanalysen) das Verlustarm Sprühen mit gemischter Düsenbestückung und verbesserter Gebläsetechnik.
Die wissenschaftliche Basisarbeit dazu leistete Dr. Peter Triloff mit seiner Dissertation - "Verlustreduzierter Pflanzenschutz im Baumobstbau", Verlag Grauer . Beuren . Stuttgart 2011, ISBN 978-3-86186-563-6 .
Diese wissenschaftliche Grundlagenarbeit mit amtlichen Abdriftmessungen ermöglichte in Deutschland die Anerkennung des „Verlustmindernden Sprühens“, das mit dem von ihm entwickelten Dosierungsmodell amtlich als MABO-Verfahren (75 % Abdriftminderungsklasse) eingetragen wurde. Für Österreich wurden zusätzliche Abdriftmessungen unter Hagelnetz durchgeführt. Die Ergebnisse führten dazu, dass das Verfahren "Verlustarm Sprühen" (mit 95 % ! Abdriftminderungsklasse unter Hagelnetz) im Jänner 2010 amtlich anerkannt wurde. Obstbauern, welche die verringerten Abstandsauflagen in Anspruch nehmen wollen, müssen ein entsprechend ausgestattetes und optimiertes Sprühgerät einsetzen und ihre Berechnungen mit dem MABO-Dosiermodell durchführen. Da diese baumformabhängige Dosierung ohne EDV-Unterstützung nicht sinnvoll in die Praxis eingeführt werden kann, wurde im ersten Schritt ein elektronisches Berechnungs- und Dosierungsmodell erstellt.
Praktiker in der Steiermark, die dieses elektronische Berechnungsmodell eingesetzt haben, veranlassten das „Obstbau-Weinbau-Technik-Team“ zu einer Weiterentwicklung dieser Software, das zum vollständigen Online-Betriebsheft „XComply“ führte. Das dazu nötige Kapital wurde zur Gänze aus privater Hand aufgebracht, da trotz Bemühungen keine der damals bestehenden Obstbauorganisationen bereit war in diese Entwicklung zu investieren.
Nur durch diese Privatinitiative konnte in der Steiermark das Gesamtkonzept „Verlustarmer Pflanzenschutz“ (Gerätekontrolle, Verlustarm Sprühen, Online-Betriebsheft und Anwendertraining) erfolgreich umgesetzt werden.
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